Iran 2007

REISE IN DEN IRAN
2. bis 16. Juni 2007

Hier erfahren Sie, wem wir den Marathonlauf zu verdanken haben, was es mit dem Farbfernseher in Fara Dibahs Schlafzimmer auf sich hat und was Siemens demnaechst fuer den Jihad tun koennte, den Krieg im Namen Gottes. Und ausserdem: Wie sehen Wuesten eigentlich aus? Was hat es mit den Frauen in Persien auf sich? Wie kommt Hitler im Iran an?

Meine Erwartungen:

Scheherazade treffen

2500 Jahre Geschichte erleben

 

Revolutionswaechter fuerchten

 

Steinzeit-Fundamentalisten begegnen

Und so war es:

 

Software auf dem neuesten Stand

 

Basare, auf denen man nicht genervt wird

Junge Menschen ganz ungezwungen

Reisen im Mercedes-Bus wie man will und wohin man will, kreuz und quer

 

Extrem gutes Essen mit vielen Kraeutern

 

Tolle Gaerten ueberall

 

Lustige Typen

 

Junge Frauen, die im Park Ball spielen und unter dem Kopftuch einen MP3 Player tragen.

Männer in Teheran im Park, die Domino spielen

 

Meine Reiseroute

Teheran – Isfahan – Yazd – Shiraz mit dem Bus. Nach Bandar Abbas, Mashhad und Orumiyeh jeweils mit dem Flugzeug. Nach Tabriz und Ardabil mit dem Bus. Nach Teheran mit dem Flugzeug. Von Bandar Abbas nach Tabriz sind es 1940 Kilometer. Iran ist viereinhalb Mal so gross wie Deutschland.

 

Es war alles ganz anders als erwartet. Ich kann in jedes Hotel, nicht nur in spezielle Touristenhotels. Das reichte von 8,50 Euro die Nacht mit Dusche im Zimmer bis zu 70 Dollar mit geraeuschloser, hocheffizienter Klimaanlage am persischen Golf, wo es selbst nachts 40 Grad heiss ist. Niemand hat mich beobachtet oder schief angeguckt, keiner mein Geld kontrolliert, kein Haendler im Basar hat mich genervt. Ganz im Gegenteil: Ich bin ausschliesslich freundlichen und hilfsbereiten Menschen begegnet. Ein Hotel rief den Taxifahrer auf Handy an, weil ich eine Hose vergessen hatte. Wo auch immer ich unschluessig stehen blieb, kam jemand, der mit half. Meist farsi, aber auch englisch oder deutsch. In der Sauna: „Sind Sie Deutscher? Ich habe in Bochum Maschinenbau studiert.“ Kopftuecher sind gelegentlich so klein wie Bikinis und so duenne wie Dessous. Die Infrastruktur ist vorzueglich. Es gibt immer und ueberall Strom und Wasser, in Teheran eine Metro, die Strassen sind hervorragend, nur leider zu voll. Beim Autofahren ist Schluss mit Zuvorkommen. Paerchen fassen sich auf der Strasse an, Taxifahrer geben Wechselgeld zurueck, immer sind Gespraechspartner da. In den knapp zwei Wochen habe ich mit rund hundert Menschen laenger oder kuerzer gesprochen.

Nach dem Dinner im Abbasi Hotel, einer ehemaligen Karawanserei, geht man noch in den Park …

Mitternacht in Isfahan. Im grossen Park sprudeln die angestahlten Fontaenen und viele Menschen verguegen sich. Nachts ist es angenehm. Gleich auf der anderen Seite liegt die Universitaetsbibliothek mit schnellem Internet, allen gegen eine kleine Gebuehr zugaenglich.

 

Anmerkungen
Die meisten Fotos sind mit dem Handy aufgenommen.

 


Zum Befinden von Achmadineschad kann ich nichts sagen. In Berlin muss ich auch Zeitung lesen, wenn ich wissen will, was Angela Merkel gerade macht. Zum politischen Hintergrund findet sich Material im Anhang.
Ueber meine Reise in den Irak im November 2006 kann man hier einen Bericht lesen.
Ich habe einen Tag Zeit, diesen Bericht zu schreiben. Moeglicherweise ergaenze ich spaeter.

 

Globalisierung

Wenn Radfahrer nachts ohne Licht durch Isfahan rasen.

Kornfelder bei Tabiz, bewässert

 

o Wenn in der Metro einer mit Traenen in den Augen eine Geschichte erzaehlt und bettelt.
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Wenn Herr Hagar von der Elektromotorenfabrik in Tabriz berichtet, Hauptkonkurrent sei inzwischen China.

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Wenn der leicht tuntige Guide (Mitte) in Shiraz die beiden Slowenen und mich im Basar anquatscht: „Hallo Schwestern, wollen wir nicht Mal zusammen nachts eine Moschee besteigen?“ — Wir sind dann tatsächlich mitten in der Nacht heimlich auf das dach einer Moschee geklettert.

 

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So sah es von oben aus. Es war nur erst etwas gespenstig, ihm zu folgen.

Dara und Sara und der heilige Krieg (Jihad)

Ich soll das islamische Konkurrenzprodukt zu Barbie und Ben mitbringen, die Zwillingspuppen Dara und Sara. Deren Homepage wurde zuletzt 2003 aktualisiert. Die Verkaeufer sehen mich an, als haette ich nicht alle Tassen im Schrank und zeigen ihre schoenen anderen Puppen. „Vielleicht in Teheran“, sagen sie in Isfahan und Shiraz leicht veraechtlich.

Ich schalte auch immer wieder Iranerinnen oder Iraner ein, die mir dabei helfen koennten, die aber auch etwas komisch dabei reagieren. Einige haben davon gehoert, aber es scheint sich nicht um ein Erfolgsprodukt zu handeln. „Unsere Regierung und der religioese Fundamentalismus wird vielleicht von zehn bis fuenfzehn Prozent der Bevoelkerung getragen“, sagt mir ein iranischer Teppichhaendler (Dortmund, 3.000 Iraner) spaeter. Das entspricht dem Eindruck, den ich vom Strassenbild her auch habe.

Es gibt eine kleine Menge von tief verschleierten Frauen …

 

Alle anderen nehmen das eher (abgestuft) etwas laessig. Ich habe zwar nur Staedte gesehen, aber Doerfer gibt es kaum, zwischen den Staedten ist Wueste.

Anders ist es natuerlich am 4. Juni, dem Todestag von Imam Khomeini (1989). Mehrere hunderttausend Menschen kommen im Sueden 30 Kilometer vom Zentrum Teherans entfernt am Grabmal zusammen, um zu gedenken. Dort ist Endstation der Metro.

 

 

Das Grabmal ist umgeben von einem riesigen Komplex, zu dem auch Koranschulen und eine Universitaet gehoeren. Es ist so heiss, ich bin extrem ausgedoerrt, ich finde mich gar nicht zurecht, weil man keinem Menschenstrom in eine bestimmte Richtung folgen kann. Ich suche Schatten, alles besetzt. Die Menschen haben schattenspendende Pilger- und Picknickzelte mit. Auch hier, mitten im tiefsten Fundamentalimus, bewege ich mich ueberall ungehindert, zwischen freundlichen Menschen, keiner fragt mich, was ich hier will. Das Rufen von Parolen haelt sich in Grenzen, religioese Verzueckung tritt nicht in Erscheinung.

Anders in Mashhad. Einige Tage spaeter bin ich im schiitischen Hauptheiligtum im Iran, einer Stadt zwei Millionen Einwohnern und jaehrlich 14 Millionen Pilgern. Null englisch in Mashhad.

Im Flieger sind schon schwarz- und weissgekleidete Geistliche.

 

Ins Heiligtum von Reza, dem achten Imam, also einem Nachfolgers von Mohammed, bringen die Menschen weit von den Bergen die Toten, die im Sarg durch einen Hof getragen werden. Das ist tief bewegend.

Hier sieht man einen Mann Teppiche ausrollen.

Erschreckend allerdings ist die Inbrunst, die sich im Azadi-Hof niederschlaegt. So, stelle ich mir vor, kann man Gotteskrieger indoktrinieren. Ich gerate in den Bereich, der fuer Nicht-Muslime eigentlich nicht zugaenglich sein soll – auch wieder ganz ungehindert. Hier werden Saerge auf den Schultern jeweils mehrer Maenner durch den Hof getragen.

Lange sehe ich mir in der Buchhandlung um und finde ein englischsprachiges Buch ueber den Jihad. Erschreckend. Ein Propagandawerk voller Verdrehungen, entstellter Zitate. „Benjamin Disraeli the prime-minister of England was of Jewish descent and was the founder of British colonialism. Once while holding the Holy Quran in his hands he said in the House of Commons in London: As long as this book is avaiable for Muslims they will not submit to British exploitation (S. 46).“ Ohne das ueberpruefen zu koennen, ist doch unwahrscheinlich, dass der Jude Disraeli im Parlament sagt, solange der Koran erhaeltlich sei, liessen sich die Muslime nicht von den Briten ausbeuten.

Ein Werk voller Ueberheblichkeit einerseits und der Ideologie andererseits, dass es schon im Reich der Tiere um den Kampf ums Ueberleben geht, ein Naturrecht, sich Lebensraum zu schaffen „We would finally reach the conclusion that all animals including fowls, lions and leopards will attack one another as soon as they meet the same spacies (S. 15).“ 1500 Millionen Muslime leben unter der Herrschaft aggressiver Laender, die ueber ihre Zukunft bestimmen wollen. Wer sich nicht wehrt oder Schwaeche zeigt, kommt in die Hoelle (S. 48). The Muslims were directed by their faith Islam to achieve glory and greatness and not become the slaves of the foreigners (S. 47). „Fighting should be regarded as a natural law (S. 16).“ Die immer wiederkehrende Schlussfolgerung liest sich so: „Jihad is a door or an entrance to paradise open to God’s sincere friends“, sagt Imam Ali. Das ist der Inhalt dessen, was ueber den Koran in Mashhad vermittelt zu werden scheint. Siemens moechte die Pilger mit dem Transrapid noch schneller nach Mashhad bringen, siehe Anlagen ganz unten.

Buchhandlungen

Buchhandlungen sehen so aus wie ziemlich frueher bei uns. Richtig grosse haben ich nicht gesehen, eher gedraengt, gut sortiert, die Buchhaendler kennen jedes Buch und wissen, wo es steht. Der Bruder der Frau dieses Buchhaendlers in Urumieh ist Drucker in Koeln.

Manche fuehren wie bei uns auch Papierwaren. Die Computer-buchhandlungen sind etwasgeraeumiger, siehe Foto ganz oben in der Einleitung.

In Isfahn wollte ich sehr gern mit diesem Buchtransporter sprechen. Das ging auch, er fragte gleich, ob wir nicht einen guten Job in Berlin fuer ihn haetten. Aber leider waren selbst die Worte in englisch ziemlich wobbly, wackelig. Meine Kenntnise in farsi, also persisch, reichen gerade soweit, dass ich nach einigem Blaettern das Buch richtig herum halten kann – besonders wenn Bilder drin sind.

Wie sieht eigentlich Wueste aus?

Das Wuestenbild der meisten ist gepraegt vom kleinen Muck, der mit seinem fliegenden Teppich ueber einen Duenenlandschaft gleitet. Das war uebrigens an der Ostsee, weiter weg konnte die DEFA nicht. Fliegende Teppiche gibt es wahrscheinlich wirklich, jedenfalls habe ich Teppichlaeden gesehen, die so heissen. Der gesamte Sueden Persiens besteht aus Wueste, eigentlich alles suedlich von Teheran. Nur die Berge im Norden sind gruen. Sie kommen weiter unten.

Verblueffung

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Erstmal einen Haufen Geld holen, damit ich die Puppen tanzen lassen kann. Das sind 240.000 iranische Rial, 200 Euro. Damit bin ich bis zum Schluss ausgekommen. Gleich beim ersten Geld tauschen am Flughafen im Ankunftsbereich lasse ich Lonely Planet liegen. Ohne das Buch kann man nicht klarkommen. Das merke ich, als ich ganz draussen bin. Ueberraschung eins: Ich kann einfach zurueckgehen. Nirgendwo sonst waere das o einfach gewesen.

Ueberraschung zwei: Es gibt kein anderes Verhalten junger Menschen, alles wie bei uns. Das Maedchen mit dem Kopftuch rechts macht allerdings irgendwas Komisches, sie spricht zwischendurch immer wieder in einer Ecke mit zwei jungen Maennern auf Mopeds.
o In Teheran verlaufe ich mich, weil auch die Strassennamen meist nur auf farsi sind. Die Polizei faehrt mich zur naechsten Metrostation.
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Ein Schreibbüro (in der Mitte)

Jeder schimpft auf die Regierung. Meist im dritten Satz. Ich habe niemanden erlebt, der oder die nicht auf die Regierung schimpft. Das hat mich an die DDR erinnert. Individuell darf man schimpfen, organisiert wuerde es boese ausgehen.

„Halten die Deutschen uns eigentlich fuer Terroristen?“, fragen die beiden Soldaten am Busbahnhof von Yazd. „Klar, Du siehst doch genauso aus … Ich bin doch nicht Bush“. Mangels Englisch ging das leider nicht weiter. Immer wieder merke ich die Sorge, vom Ausland als Agenten des Boesen wahrgenommen zu werden. Ich sage, dass Iraner in Deutschland hoch angesehen sind. Tatsaechlich habe ich noch nie etwas von Integrationsproblemen mit Persern gehoert. Das kommt gar nicht vor. Die Integrationsprobleme bei uns scheinen mir deutlich herkunftsspezifisch.

Bürgerliches Stadtteil in Yazd

Viel mehr habe ich nicht vergessen. Nur noch meinen Pass mit Visum. Bisschen bloed so was. Er lag im Hotel in Yazd, ich war sieben Busstunden entfernt in Shiraz. In Yazd hatte ich das zweite Mal Durchfall und war bei der Abreise nicht so gut drauf.

Mehdi vom Hotel Eram, dem Paradies, kuemmerte sich um mich und fuhr zu mir zur Hauptpost der Millionenstadt, den Pass zu suchen, der hierher geschickt worden war.

Und dieser freundliche Herr liess vier Leute eine Stunde lang in der Hauptpost meinen Pass suchen. Mein Abflugtermin rueckte immer naeher, im letzten Moment klappte es. Mein Rucksack wurde mit einem Taxi aus dem Hotel gebracht – und ab zum Flugplatz Richtung persischer Golf.

Medienarbeit

Kurz nachdem ich am ersten Tag ins Hotel Naderi im Teheran kam, erschien eine junge Journalistin und befragte mich – in jaemmerlichen Englisch. Fariba kam hinzu, uebersetze ein bisschen und uebernahm dann die Antworten ganz. Wie toll der Iran ist und warum ich das Land unbedingt sehen moechte. Beim naechten Interview einige Tage spaeter, diesmal Fernsehen, steht mir das Wasser bis zum Hals. Ich bin naemlich gerade im kochendheissen Thermalbad in Sareyn ganz im Norden kurz vor Asserbeidschan. Bei dem Journalisten reicht es bis zu Hallo Mister, Aleman? Kein Thema, ich fange an zu erzaehlen wie schoen der Iran ist, in welchen Staedten ich war, dass alle so freundlich sind und es nach dem Reisen hier im Thermalbad eine wahre Freude und Entspannung ist, dass ich mich zehn Jahre juenger fuehle und jedem nur einen Besuch empfehlen kann. Wenn sie jemanden finden, der das uebersetzt, koennten sie es als Endlosschleife laufen lassen.

CafeNet gibt es ueberall, auch in kleinen Orten. Auch meist nicht so langsam, nur einmal oder zweimal hatte ich es mit einem 56k Modem zu tun. Ausserdem geht Handy und sogar SMS in beide Richtungen. Man kann auch eine lokale SIM-Karte haben, das macht das Telefonieren billiger. Fuer mich ist das nicht sinnvoll, weil ich auf meiner Telefonnummer erreichbar bleiben wollte. Angerufen haben nur die, die mein Tagebuch nicht lesen. Das waren drei in vierzehn Tagen.

Fariba

Fariba hat mich in den Iran eingeladen, denn ohne Einladung geht es nicht. „Wie soll ich Dich denn einladen? Eine Frau einen Mann?“ Ach so, ja. Also hat ein Kollege ihrer Freundin Pantea unterschrieben. Beide kenne ich aus dem Irak. Pantea arbeitete damals fuer eine Entwicklungs-Consulting, jetzt ist sie selbstaendig.

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Wir gehen Essen. Fariba hat mit Masoud und anderen eine Firma. Gerade sind sie dabei, Sojamilch nach Kurdistan zu exportieren. Eine kanadische Firma steht im Hintergrund. Die Kanadier behaupten, in Europa koste der Liter Sojamilch vier Dollar. Das kommt mir bisschen komisch vor. Ich rufe Fabian an, der vegan lebt und deswegen Experte im Sojawesen ist. Bei Aldi kostet der Liter unter einem Euro, super Sojamilch im Bioladen maximal einsfuffzig.

 

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Abends ist nochmal ausgehen dran mit Fariba, Pantea und Masoud. Ich moechte gern zahlen, aber das koennen sie als Gastgeber nicht zulassen? Wie kann man das nur regeln? Ich finde keine Loesung und werde wieder eingeladen.

Frauen

 

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Eine junge Frau in einem Motorengeschaeft. So richtig dicht habe ich mich mit der Kamera nicht rangetraut, aber man sieht das ja deutlich.

 

Nebenan ist ein Laden mit schoenen Motoren, alles solche, die man noch selbst reparieren kann.

Junge Frauen koennen auch mit aelteren Maenern sprechen. Das passierte mir ziemlich oft. Anfangs war ich verwundert. Sie wollen einfach englisch sprechen. Hier in Shiraz, ein andermal kam eine 17jaehrige und fragte, ob sie stoere. Immer sehr hoeflich, nie aufdringlich. Als naechstes wird dann die Schwester oder Freundin geholt, damit die Situation auch von Dritten nicht falsch verstanden werden kann.
Frauen koennen auch Maenner verrueckt machen. Knudsen (23) aus Daenemark, mit dem ich die beiden ersten Tage das Zimmer teilte, brauchte genau drei Tage. Als ich von Teheran aus nach Isfahan fuhr, machte er sich auf den Weg nach Yazd und da passierte es. Er hielt sich immer eng an Lonely Planet, aber von Verlieben steht da nichts drin. Ich traf in in Shiraz wieder und er konnte nur daran denken, dass er seine verhuellte Perle bald in Teheran treffen wuerde zu einer Bergwanderung mit den Eltern.

Oder Frauen koennen als Guide arbeiten wie hier in Persepolis. Immer schoen im Schatten. In Persepolis wurden alle Arbeiter bezahlt. Es gab keine Sklavenarbeit. Das geht aus den Lohnlisten hervor, die man gefunden hat.

Maenner und Frauen

Frauen und Männer können sogar zusammenarbeiten. Hier hatte ich den Eindruck, dass die junge Frau Chefin des Ausgrabungsteams in Persepolis war. Jedenfalls taten die jungen Männer, was sie anordnete.

 

 

 

Maenner

 

Maenner koennen sehr gut Domino spielen. Vier spielen, die anderen gucken zu. Wie beim Skat kloppen.

… oder sie verkaufen Mais auf der Strasse in Urumiehe …

… oder mitten in der Nacht, so gegen ein Uhr, Fisch auf dem Fischmarkt von Bandar Abbas am persischen Golf

… oder sie betreiben eine Bude.

… oder ein Schreibbuero. Viele grosse Leute haben in einer Garage angefangen.

 

 

Und Arbeit im Basar ist auch Maennerarbeit, aber nicht uneingeschraenkt. Da kommt es auch vor, dass Frauen verkaufen. Oder Maenner verkaufen Schuhe. Persische? Nein, aus China. Kommen die Chinesen zu Ihnen oder fahren sie nach China? Das geht ueber Dubai, da komme ich gerade her.

Kutsche fahren rund um den Imam Platz in Isfahan ist auch Maennerarbeit. Bei uns auch. Ich habe auf dem Bock der Kutschen Unter den Linden noch nie eine Frau gesehen.

Hitler

„Ich habe auch einen Buchhandlung, in Berlin. Wir machen es uns einfach und verkaufen nur ueber Berlin. Frauen in Berlin, Architektur, DVDs, die Berliner Mauer, Hitler …“ – „Hitler haben wir auch, Mein Kampf in persischer Uebersetzung. Das habe ich aus Teheran mitgebracht, zehn Mal. Steht hier oben.“

Nicht hier, aber sonst ist Hitler ein aeusserst heikles Thema. Er kommt immer noch gut an. „Wir sind beide Voelker Arier“. Das hoere ich bei jeder Taxifahrt und immer zieht sich mein Magen zusammen. Ausschliesslich Maenner argumentieren so. Sie meinen damit auch, wir, die Perser, sind natuerlich die viel aelteren Arier. Die Ideologie von Mein Kampf ueberschneidet sich mit dem, was ich ueber den Jihad gelesen habe: Die anderen sind die Boesen und greifen uns an. Wir haben ein Recht darauf, uns zu verteidigen, die Nation, den Lebensraum, die Ehre schuetzen. Dass der Holocaust geleugnet wird, habe ich nicht persoenlich gehoert, aber ich lese in Iran Today, dass die Regierung den Westen wieder auffordert, den Holocaust zu beweisen, Dokumente vorzulegen. In Europa kommt das nicht mehr vor. Die Hitler-Verehrung ist in meinen Augen Ausdruck einer unreflektierten Gesellschaft.

Bau

Traditioneller Bau im Basar von Yazd. Alles, was mit Buden oder Wellblech zu tun hat, kommt weg, es wird traditionell gebaut.

Fachwerk als Stahlskelett. Erst wird das Fachwerk aus Doppel-T-Traegern zusammengeschraubt und (weniger) geschweisst, dann kommen die Zwischendecken, dann werden die Aussen- und Innengewaende gemauert. Bei uns ist diese einfache Bauweise nicht zulaessig, weil der Stahl schmelzen kann – soweit ich mich erinnere. Hier ist unten schon eine Metzgerei, bevor es spaeter weitergeht.

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Anhand dieses Hotelbaus in Mashhad kann man sich gut vorstellen, wie das recht flexible Geruest weiter ausgebaut wird. In Erdbeben gefaehrdeten Gebieten ist das von Vorteil.


Ganze Vorstaedte werden so gebaut. Das geht ungeheuer schnell und ist verhaeltnismaessig preiswert. Hier eine Vorstadt von Yazd. Dass es solche riesigen Staedte rund um kleine Altstadtkerne gibt, steht in den Reisefuehrern nicht, besonders nicht im DuMont Kunstreisefuehrer, zum Reisen voellig ungeeignet und leider langweilig geschrieben.
Dreissig Jahre soll so ein Haus halten. In Ardabil im Norden stehen 70 bis 80 Jahre alte Haeuser, ein Theater, ein Kino, ein Rathaus, Schulen. Die wurden allerdings von Deutschen gebaut. Der Vater des Schah hatte sie eingeladen. Das erzaehlt mir auf einer Busfahrt ein Lehrer, der in einer dieser Schulen unterrichtet.

Das gibt es natuerlich auch, in Shiraz vor dem Bogh e Eran, dem Paradiesgarten, stehen diese Prachtbauten. Hier direkt gegenueber wohnt Arsham.

Arsham

Er spricht mich am Flughafen in Bandar Abbas an, kann fliessend englisch und ich bin verwirrt, weil er gar nicht aufhoert zu reden – aber interessant. Was ist das denn fuer einer? Eben der Arzt einer Zementfabrik von der Insel Kish, mit dem ich im Flugzeug gesprochen hatte, war einfacher einzuordnen. Arsham ist fuer die Firma seines Bruders hier und soll von einem Frachter Gesteinsproben von Chromsulfat (?) nehmen, damit die Qualitaet der Lieferung ueberprueft werden kann. Eigentlich schreibt er aber Software. Er hat vor fuenf Jahren ein Emailprogramm entwickelt, konnte damit niemanden hinterm Ofen hervorlocken und wird es naechste Woche einem Praesidentenberater vorstellen. Sein verstorbener Vater hatte zwei Fabriken und eine Mine, seine Mutter ist mit einem Bruder nach Vancouver gegangen und Arsham haengt wie die Geeks hier den ganzen Tag am Computer, 12, 14, 16 Stunden. Muetterlicherseit stammt er von einem frueheren Koenig ab. Im Hotel haben wir Wlan und er sieht sich unsere Homepage an, nur ganz kurz, dann begutachtet er den Quellcode, findet ihn ordentlich, auch sonst alles in gutem Zustand. Was erzaehlt man so einem Prinzen? Wir sehen uns die Mitarbeiter auf der WebSite an und ich komme in Versuchung zu erlaeutern, dass das mein Harem sei und hier die Maenner … , naja, ich lasse das. Man muss auch seine Grenzen kennen.

Deutsche Produkte

Im Jahr 2006 hat Deutschland Waren im Wert von vier Milliarden Euro in den Iran geliefert. An vielen Orten ist auch der Rheinisch-Westfaelisch TUeV mit seiner Zertifizierung vertreten. Wie das kommt, weiss ich allerdings nicht.

Tuerken im Iran

Ich habe zum ersten mal Efes alkoholfrei getrunken, das tuerkische Bier. Es gibt aber auch hollaendisches das Bavaria heisst und Jever Fun. Bei der Hitze und wenn der Magen nicht in Ordnung ist, war alkoholfreies Bier eine Wohltat ersten Ranges.

Gut zwanzig Prozent der 67 Millionen Einwohner Irans (davon 70 Prozent unter 30 Jahre alt), sind tuerkischstaemmig, im Nordwesten, dunkelblau um die Staedte Tabriz und Ardabil. Sie sprechen tuerkisch. Sie empfinden sich als Iraner. Sie leben in der Provinz Azerbaidjan und werden Azari genannt. Die Kurden, die etwas suedlicher an der Grenze zum Irak, zur autonomen Region Kurdistan leben, gelb gekennzeichnet, machen mit 6,8 Millionen Menschen zehn Prozent der Bevoelkerung aus.

So sieht die Provinz aus der Luft aus. Zwei Faktoren erkennt man gut, naemlich den Stand der Landwirtschaft und oben die Fabrik. Das Gebiet ist mit kleinerer und groesserer Industrie durchsetzt. Tausend Menschen arbeiten allein in der Fabrik fuer Elektromotoren bei Tabriz, in der Herr Kager Chefingenieur ist, der in Bochum Masch studierte. Die Technik stammt von Westinghouse. Mit denen haben sie keinen Kontakt mher. Sie arbeiten zusammen mit Bosch und ABB. Auf der Fahrt von Urumia nach Tabriz und weiter nach Ardabil reiht sich in dem Tal eine kleine Fabrik oder Manufaktur an die andere.

Die Felder sind gut bestellt, es gibt viel Wasser, es ist nicht so heiss.

Verkehr

Pause in der Wueste, es werden Pakete zugeladen. 100 Kilometer mit dem Mercedesbus kosten einen Euro. Der Bus ist nicht klimatisiert, die Fenster stehen weit auf. Mit dem Volvo, den neueren Bussen, vollklimatisiert, kostet es das Doppelte.

Mitten in der Nacht, als Bandar erwacht.

Aus dem Hotel in Bandar Abbas

 

In Teheran auf dem Weg vom Flughafen. Dass das alles SO modern ist, reibungslos funktioniert und ohne Zeter und Mordio abgeht, hatte ich nach den Besuchen vieler arabischer Staaten und der Tuerkei nicht erwartet.

Von Urumia nach Tabriz ueber den Urumia-See geht es ein kleines Stueck mit der Faehre. Die durchgehende Bruecke ist demnaechst fertig. Der See ist so salzig wie das Tote Meer und viermal so gross wie der Bodensee. Mit Wahid, der englisch studiert, fahre ich im Sammeltaxi weiter nach Tabriz. Die Tuerken hier haetten nicht viel Kontakt in die Tuerkei, auch keine grossen familiaeren Bindungen.

 

Als ich in Tabriz wieder so viel Verkehr sah, hatte ich die Faxen dicke und verzog mich eineinhalb Tage ins das Thermalbad Sarein.

In Sarein zelten die Menschen auf dem Buergersteig, ganze Reihen von Zelten stehen da, so dicht wie moeglich am Termalbad. Beliebte Plaetze sind auch die Seitenstreifen von Autobahnen, die Mittelstreifen (echt, kein Quatsch), da macht man in Shiraz am Freitagabend (entspricht unserem Sonntag) zu tausenden Picknick an der Autobahn, die in die Stadt fuehrt, kilometerlang.

Wo Persien aussieht, wie es ausehen soll

Das hat es mir angetan, der Hof des Hotels Abbasi in Isfahan, einer frueheren Karawanserai.

In Yazd das Hotel wurde erst vor wenigen Jahren restauriert. Die jungen Maenner arbeiten immer noch daran. Fotos dokumentieren den Zustand des Verfalls

Yazd, Fenster im Innenhof des Hotels. In einem der Zimmer habe ich geschlafen.
Die Religion Zarathustras (300 n. Chr.) stammt aus Pars, diesem zentralen Teil Persiens. Worum sich die Hirnforscher heute wieder gern streiten, war fuer ihn laengst klar, dass jeder Mensch selbst entscheidet, ob er gut oder boese ist. Bis heute wird der Glaube praktiziert und auch geduldet. „Im Grunde praegt der Zoroastrismus uns Perser bis heute. Viel mehr, als der Koran, der uns erst spaeter von den Arabern uebergestuelpt wurde“, sagt mir ein Perser aus Muenchen.

Yazd, Gewuerze im Basar

 

Wiesen am Feldrain, Blumen und Kraeuter. Deswegen ist der Honig so unglaublich schmackhaft. Lange habe ich hier am Fusse des schneebedeckten Mt Sablan (4811 m) gesessen – und mich auf das Gespraech vorbereitet, das ich naechste Woche mit einer Bank habe. Nicht wegen Geld, sondern wegen einer Veranstaltung der Historiale.

Siebenundvierzig Grad im Schatten, extremer Sonnenblocker mit Lichtschutzfaktor 60. Alles Gute vom Persischen Golf.

P.S. Es fehlen aber noch zwei Geschichten

Den Achaemeniden, den Schoepfern von Persepolis, speziell Darius I., haben wir den Marathonlauf zu verdanken, denn nachdem er vom Indus-Tal und Aethiopien und Libyen bis hin zur russischen Steppe alles erobert hatte, wollte er Griechenland, das europaeische Festland, und holte sich 490 v. Chr. bei Marathon eine blutige Nase. Sein Sohn Xexes I. erlitt zehn Jahre spaeter, naemlich 480 v. Chr, bei Salamis eine herbe Niederlage. Die inzwischen gestaerkten Griechen diktierten den Friedensvertrag.

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Das Schlafzimmer von Farah Diba. Als sie mit dem Schah im Juni 1967 in Deutschland war, bekam sie von Herrn Grundig diesen Farbfernseher hier rechts geschenkt. In dem Jahr fing Farbfernsehen an. „All you need is love“, sangen die Beatles in einer Eurovisions-Ausstrahlung. In Persien gab es natuerlich noch kein Farbfernsehen. Reza Pahlewi, der Schah, besuchte mit Farah Diba am 2. Juni 1967 die Deutsche Oper in der Bismarckstrasse. Davor in einer Seitenstrasse wurde Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen. Vorher hatte die Polizei zugesehen, wie die Jubelperser vom Geheimdienst SAVAK mit Holzstoecken wie Baseballschlaegern auf die weitgehend friedlichen Demonstranten einschlugen. Dr. Michael Ludwig Mueller, zu der Zeit Lokaljournalist der Berliner Morgenpost, scheibt darueber ein Buch fuer den Berlin Story Verlag. Der Schah ist tot. Farah Diba lebt. Ganz unten im Anhang mehr zu ihr und ihrer Familie.

Anhang

Die Vorbereitungen zu dieser Reise begannen innerlich mit dem Besuch des Irak vor einigen Monaten, noch frueher durch die Erzaehlungen einer Freundin meiner Tochter ueber ihre Erlebnisse an ihrem Studienort Isfahan, und wiederum spaeter durch den Besuch der ITB im Maerz 2007. Dadurch wurde ich an mein Vorhaben erinnert. Dort gab es auch ein schoenes Flugblatt (siehe unten), das mir vollkommen uebertrieben vorkam. Der Iran hat seit einigen Jahren ueberdimensionale Staende, die meist ziemlich leer sind.

Sonnabend, 26. Mai 2007
Der Venus-Durchgang im Dezember 1874 in Persien. Am Tag, als ich das Visum fuer den Iran erhalten, genauer gesagt die Nummer der Visums, das ich in der Botschaft in Berlin abholen soll, erfahre ich von meinem Nachbarn Unter den Linden, der 1874 bis 1878 in staatlichem Auftrag als Teilnehmer einer Expedition nach Persien fuhr. Franz Stolze (1836 bis 1910) war der Erfinder einer Kurzschrift, System Stolze. Bedeutender aber waren seien Leistungen im Bereich der Fotographie und Photogrammetrie. Er entwickelte das Verfahren zur Herstellung von Messbildern. Nach Messbildern wurde die Kommandantur wiederaufgebaut. Auch die Rekonstruktion des Schlosses beruht weitegehend auf Messbildern. Die Entwicklung der Gasturbine geht ebenfalls auf Stolze zurueck.
Stolze eroeffnete 1866 im Haus Unter den Linden 54/56 die „Kunstphotographische Anstalt Dr. Franz Stolze & Co.
Stolze sollte zuerst in Persien den Venus-Durchgang beobachten, wurde dann zur Erforschung der epigraphisch-archaeologische Altertuemer herangezogen. Er tat sich besonders hervor durch die photogrammetrischen Aufnahmen der Moschee in Schiraz und der Ruinen von Persepolis. Die Teilnehmer des Orientalistenkongresses 1881 in Berlin empfahlen die Veroeffentlichung, es entstand 1882 zwei praechtige Bildbaende im Grossformat. In der Stabi sind sie zu sehen.

Dienstag, 29. Mai 2007
Wo die Konsularabteilung der Botschaft der Islamischen Republik Iran ist, weiss ich inzwischen gut. Beim ersten Besuch am 12. April 2007 war es so, dass mir ein Konsularbeamter hinter einem Fenster sagte: „Sit down! Wait!“ Als dann eine halbe Stunde nichts passierte und keiner zu sehen war, bin ich wieder gegangen. Ich wollte das nicht noch mal erleben und schrieb die Reise in den Iran innerlich ab. Als sich dann Siggi aus dem Irak bei mir in Berlin anmeldete, erwuchs erneut der Wunsch zu fahren und es fiel mir Fariba aus Teheran ein, die ich in Arbil/Kurdistan/Irak kennengelernt hatte. Sie lud mich ein, beantragte ein Visum bei Aussenministerium in Teheran, dessen Nummer ich seit Freitag, dem 25. Mai via Email weiss. Heute, als ich wieder in der Konsularabteilung stand, wusste aber noch niemand etwas davon.
Die Sueddeutsche Zeitung berichtet heute davon, dass Iran eine Transrapidstrecke von Teheran ins noerdliche Maschhad zu bauen, um die jaehrlich 15 Millionen Pilger in dann zwei bis drei Stunden zu transportieren, die jetzt mit Bussen zwei Tage brauchen (= voellig uebertrieben, die Fahrt dauert 14 Stunden und kostet 3,50 Dollar). Dafuer stelle die iranische Regierung 1,5 Milliarden Dollar zum Anschub zur Verfuegung. Ueber diesem Bericht zum Transrapid ist das Foto vom ersten ranghohen Treffen zwischen Iran und USA in Bagdad zur Lage im Irak. Der amerikanische Vertreter links sieht besorgt aus. Die Iraner sehen unserer Interpretation nach aus wie Menschen in einer gedemuetigten Lage oder Glaubensfanatiker, die mit dem Boesen an einen Tisch muessen. CNN berichtet, dass Iran die USA beschuldigt, Spionageringe im Iran aufzubauen. Die USA beschuldigen Iran, die Aufstaendigen im Irak mit Geld und Waffen und Logistik zu unterstuetzen. CNN meldet weiterhin, dass zwei der groessten amerikanischen Flugzeugtraeger sowie weitere sieben Kriegsschiffe vor der Strasse von Homos im Persischen Golf kreuzen, eine der „largest, most visible war games America has staged in the Persian Golf.“ 17.000 Soldaten sind auf den Schiffen. Meiner Meinung nach hat es noch nie einen amerikanischen Aufmarsch von Schiffen diesen Kalibers gegeben, ohne dass sie eingesetzt worden sind.

Die irakische Baath Party aus Baghdad, Martyr Saddam Capital City, erklaert in einem mehrseitigen Statement, dass die Annaeherung zwischen den USA und dem Iran darauf beruhe, dass eine erschoepfte Weltmacht noch etwas von der Besatzung des Irak haben will und deswegen mit der aufstrebenden Regionalmacht Iran kooperiere. Diese Zusammenarbeit sei aber nicht neu. Schon vor der Invasion in den Irak habe es Absprachen zwischen beiden Staaten gegeben, wie die arabische Identitaet des Irak gebrochen werden koenne.
http://www.globalresearch.ca/

FAZ vom 31. Mai 2007
An der Grenze zum Nordirak ziehen die Tuerken Truppen zusammen. Erdogan hat in der vergangenen Woche einen Vorstoss tuerkischer Truppen nach Kurdistan/Irak indirekt unterstuetzt. Meiner Meinung nach wuerde das ueberall, wo in der Welt Kurden leben, zu erheblichem Aerger fuehren, die Tuerkei isolieren, in der Tuerkei zu Aufstaenden fuehren. Aus Kurdistan wird meiner Meinung nach die PKK nicht unterstuetzt. Die kurdische Regierung hat PKK-Leute immer raus gedraengt.
Die Amerikaner sind mit zwei Kampfflugzeuge F16 in tuerkischen Luftraum eingedrungen. Ein versehen? Eine Warnung? Die Regierung von Kurdistan begruesst die Stationierung amerikanischer Truppen im Nordirak. Die USA warnen die Tuerkei vor einem Einmarsch in den (kurdischen) Irak, das wuerde die Lage weiter komplizieren.

Die FAZ berichtet am 1. Juni 2007 auf der Titelseite ueber die Absage der iranischen Frauenfussballmannschaft, die heute nicht in Kreuzberg im Katzbachstadion spielen darf. Das Hinspiel gegen den tuerkischen Frauenfussballverein AL Dersim fand Anfang Mai in Teheran statt, ohne Maenner als Zuschauer und in weiter Bekleidung. Die FAZ: Die Ajatollahs und die iranische Regierung um Praesident Ahmadineschad verbieten iranischen Frauen, in der Oeffentlichkeit Fussball zu spielen. Die dortigen Spielerinnen trainieren normalerweise in geschlossenen Raeumen und duerfen sich im Freien nur mit einem speziellen weiten Trainingsanzug und Kopftuch sehen lassen. Ihre deutschen Gastgeber hatten geplant, anders als bei dem Spiel in Teheran selbst in kurzer Sportbekleidung aufzulaufen und auch Maenner als Zuschauer zu dulden. Diese deutsche Selbstverstaendlichkeit wird vom Iran nicht akzeptiert.

Verstreut in alle Welt – was die Familie des Schahs von Persien heute macht
Der Tagesspigel berichtet am 1. Juni darueber, was aus der Familie des Schah geworden ist.
Der Schah-Besuch fuehrte am 2. Juni 1967 zum Tod von Benno Ohnesorg. Was aus der Schah-Familie wurde
Von Christoph von Marschall, Andrea Nuesse und Andreas Oswald: Mohammad Reza Pahlavi, der letzte Schah von Persien, provozierte mit seinem Besuch 1967 in Berlin Demonstrationen, in deren Folge am 2. Juni der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen wurde. Der Schah war 1941 auf Druck der Briten und Sowjets an die Macht gekommen, die seinen Vater vertrieben hatten. Seine Herrschaft zeichnete sich durch autoritaere Politik sowie durch wirtschaftliche Reformen aus, mit denen er das Land modernisieren wollte. Die brutale Unterdrueckung des Volkes, die kompromisslose Verfolgung von Intellektuellen sowie die systematische Folterung von Oppositionellen durch den Geheimdienst Savak fuehrten 1979 zu einer allgemeinen Volkserhebung, in deren Folge Khomeini an die Macht kam. Der Schah fluechtete mit seiner Familie zunaechst nach Aegypten, wo er 1980 nach seinem Tod mit einem Staatsbegraebnis beerdigt wurde. Sein Grab liegt in der Al-Rifai-Moschee in Kairo.
Cyrus Reza Pahlavi, der aelteste Sohn und formal der Kronprinz von Iran, lebt in den USA, in Potomac, Maryland, vor den Toren Washingtons. Der 46-Jaehrige tritt selten oeffentlich auf, hat jedoch mit wenigen markanten Interviews Position bezogen: Er ist vehement gegen das Mullahregime, lehnt aber eine Intervention von aussen zu dessen Sturz ab. Der Wandel muesse von innen kommen. Er verlangt, dass die westlichen Staaten mehr tun, um die demokratische Opposition im Iran materiell und ideell zu unterstuetzen. Entsprechende Hilfszusagen des US-Praesidenten George W. Bush, er unterstuetze einen „freien, demokratischen Iran“, hat Pahlavi 2006 mit Ironie und Skepsis kommentiert. „Das klingt fantastisch, nach Mutterglueck und Apfelkuchen.“ Aber „wir muessen abwarten, auf welche konkrete Weise die US-Regierung die noetigen Schritte einleitet“. Ein „Regime Change“ in Teheran werde den Mittleren Osten sicherer machen. Die Mullahs seien „die Hauptkraft hinter der Gewalt in Irak, Libanon und Sudan“. Im Atomstreit betont er, Iran habe das Recht auf Zugang zur Nukleartechnik, duerfe sie aber nicht zur Bedrohung anderer Staaten einsetzen. Zur Frage einer Rueckkehr zur Monarchie aeussert er sich vorsichtig. Diese Entscheidung muesse das iranische Volk treffen. Er persoenlich glaube, dass dem Land mit einer konstitutionellen Monarchie besser gedient sei als mit einer Republik. Geboren wurde er am 31. Oktober 1960. Ein Jahr vor der islamischen Revolution war er 1978 nach Amerika gekommen, um seine Ausbildung zu beenden: als Kampfpilot in Texas und im traditionsreichen Williams College in Massachusetts sowie an der Universitaet von Suedkalifornien.
Farah Diba-Pahlavi war fuer die westliche Regenbogenpresse die Prinzessin Diana der 60er Jahre. Die glamouroese persische Kaiserin, nach Fausia und Soraya die dritte Ehefrau des letzten Schahs von Persien, begleitete ihn auf der Deutschlandreise 1967 und durfte sich damals in der „Neuen Revue“ ueber die Schoenheiten ihres Landes und seiner Leute auslassen. Dies forderte wenig spaeter Ulrike Meinhoff zu einem offenen Brief heraus, der mit den Worten „Guten Tag, liebe Frau Pahlavi“ begann und ihr voellige Unkenntnis der Leiden ihres Volkes vorwarf. Die 1938 im persischen Trabiz geborene Farah Diba stammt aus einer Offiziersfamilie. Sie studierte in Paris Architektur und heiratete 1959 Mohammad Reza Pahlavi, mit dem sie vier Kinder zeugte. Kurz nach der Deutschlandreise, im Oktober 1967, kroente sich ihr Ehemann selbst zum Kaiser und verlieh seiner Frau den Titel „Kaiserliche Gemahlin“. Damit habe er die Gleichberechtigung der Frauen unterstreichen wollen, schreibt Farah Diba-Pahlavi in ihren 2005 erschienenen „Erinnerungen“. Sie steht bis heute loyal zu ihrem Mann, dem sie ins Exil folgte. Farah Diba-Pahlavi lebt abwechselnd in den USA, Frankreich und in der aegyptischen Hauptstadt Kairo, wo sie noch einen Palast besitzt. Als Botschafterin des Unesco-Kinderbildungsprogramms war sie 2001 und 2002 erneut in Deutschland.
Masumeh Farahnaz Pahlavi, geboren am 12. Maerz 1963, ist eine Tochter des Schahs und seiner Frau Farah Diba. Von den beiden Toechtern des kaiserlichen Paars ist sie die aeltere. Sie studierte von 1980 bis 1981 an der Niavaran Special School in Teheran und am Cairo American College. Ausserdem studierte sie ein Jahr am Bennington College in Bennington im US-Bundesstaat Vermont. An der Columbia University studierte sie Sozialarbeit. Sie lebt in New York und umsorgt kranke Kinder und alte Menschen.
Ali Reza Pahlavi, geboren am 28. April 1966, ist der juengere Sohn. Er waere der zweite in der Linie der Erbfolge des iranischen Throns gewesen. Er lebt in den USA, wo er unter anderem Philologie an der Harvard Universitaet studierte.
Leila Pahlavi wurde am 27. Maerz 1970 geboren. Sie war das juengste Kind des Kaiserpaares. Nach dem Tod ihres Vaters in Aegypten kehrte sie mit ihrer Familie wieder in die USA zurueck und ging im US-Bundesstaat Massachusetts zur Schule. Sie studierte an der Brown University und schloss das Studium 1992 ab. Sie blieb unverheiratet und verbrachte Berichten zufolge viel Zeit mit Reisen. Sie litt offenkundig unter Magersucht und Depressionen. Die Mutter sagte, dass sie litt, weil sie den Tod des Vaters nie verkraften konnte. In einem Interview sagte Farah Diba spaeter einmal, Leila sei ein Opfer der iranischen Revolution gewesen. Leila wurde am 10. Juni 2001 tot in einem Zimmer des Leonard-Hotels in London gefunden, in dem sie Stammgast war. Es handelte sich offenbar um Selbstmord, sie starb Berichten zufolge an einer Ueberdosis Tabletten. Sie wurde in Paris auf dem Friedhof Passy in der Naehe des Grabes ihrer Grossmutter Ferideh Ghotbi begraben.

Auf der ITB im Februar erhielt ich ein Flugblatt, das zur Reise in den Iran einlaedt:
Es gibt zehn gute Gruende, in den Iran zu reisen :
1.) Der IRAN wird sehr oft mit dem Irak verwechselt.
Der IRAN ist aber seit Jahrtausenden ein eigener unabhaengiger
und selbstaendiger Staat, auch bekannt unter dem Namen Persien.
Der Iran hat mit Sadam Hussein und den beiden Golfkriegen nichts zu tun.
2.) Die iranische Hauptstadt Teheran ist eine der guenstigsten Staedte
der Welt.
3.) Im Iran gibt es ueber 1,5 Mio. Monumente aus der vor und nach Periode
von 1001 Nacht.
Vier von den Monumenten sind von der Unesco zum Weltkulturerbe erklaert
worden:
Persepolis und Passargade in der Naehe von Shiraz,
Tschogha Zambil Tempel in „Susa“ (Schusch) und
der Imam-Platz in Isfahan .
4.Der Besuch und die Besichtigung einiger dieser Monumente wie z.B.von Persepolis oder der Seidenstrasse und der Koenigstrasse gewaehrt Einblick in die 8000 jaehrige Geschichte des Irans.
5.) Es gibt beim Besuch der Sehenswuerdigkeiten keinen Massentourismus und Menschenandrang.
6.) Die Eintrittskarten fuer die zu besuchenden historischen Staetten sind nach der neuen Regelung fuer die auslaendischen Touristen
sehr guenstig (ca.30 Cents!).
7.) Die Kontakt-und Gastfreundlichkeit der Iraner gibt dem auslaendischen Besucher die Gelegenheit andere Voelker, Kulturen und Sitten besser kennen zu lernen. Iran ist ein Vielvoelkerstaat.
8.) Im ganzen Iran haben Sie die Moeglichkeit auch als Einzelreisender deutschsprechende Reisefuehrer zu engagieren.
9.) Die Sicherheit der Touristen im Iran ist gewaehrleistet. Sie koennen sich sicherer fuehlen als zu hause.
Das deutsche Auswaertige Amt stellt fest:
„Iran ist grundsaetzlich ein sicheres Reiseland“
10.) Iran erinnert an die gemeinsame indoeuropaeische Kultur: Im Iran werden Woerter gesprochen , die Aehnlichkeiten mit Woertern aus den europaeischen Sprachen haben, z.B. Mutter, Tochter, Bruder, Name, Body, Mond, neu, nein, Karawane, Pyjama, Lemone, greifen, Messing, Balkoon, Jasmine, Narzisse, Zucker,und hunderte von anderen Woertern die mit etwas anderem Akzent ausgesprochen werden.
Deutsche Urlauber, die zum ersten Mal in den Iran reisen,
erzaehlen: als die Bekannten erfahren haben , dass wir
eine Reise in den Iran machen moechten , sagten sie zu uns :
Seid ihr verrueckt geworden ? !!!
Aber wir haben es gewagt und die Reise trotzdem gemacht!
Nach der Reise waren wir voellig anderer Meinung . Iran war so, wie
wir es uns vorgestellt hatten ; ein Land mit einer sehr alten Kultur und
Geschichte , ein schoenes Land mit vielen Sehenswuerdigkeiten und herzlichen
Menschen. Die vier Jahreszeiten gibt es in diesem Land gleichzeitig.
Verschiedene Voelker wie: Perser, Tuerken, Kurden, Araber
Turkmenen, Balutschen, Luren, Armenier, usw. ,wobei die Perser in der Mehrheit
sind, leben friedlich zusammen. Ein guter Ort um Voelker und ihre Kulturen zu
studieren und sich damit vertraut zu machen und vor allem Geschmack und Vielfalt
der iranische Kueche zu erleben . Dazu kommen noch viel Waerme, die Sonne, die Sonne,
die Sonne. Waehrend unseres Aufenthalts im Iran haben wir keine Spur von:
– baertigen und fanatischen Sittenwaechtern ,
– Geiselnahmen,
– Terroristen,
– und Diskriminierung von Touristen erlebt.
Wussten Sie schon, dass die Berge in Nord-Iran bis August noch mit Schnee bedeckt sind und Sie bis Mai
Skifahren, und im Winter im persischen Golf schwimmen oder tauchen, Bergwanderungen
unternehmen und Nomaden besuchen koennen?
Wussten Sie dass, im Iran Jagd-und Pferderitt-Touren von dem Reisebuero Gashttour angeboten werden?
Lassen Sie sich von vielen anderen Dingen ueberraschen!
Frau Klaudi Stodte, die mehrere Reisen in den Iran unternommen hat, schreibt in ihrem Buch
„Iran“ auf Seite 10 und 413:
„Auch findet sich im Alltag kaum eine Spur von Fremden-oder West- Feindlichkeit,
im Gegenteil: von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Menschen war ich sehr beeindruckt.
Sie werden kaum einen Perser finden, der nicht bereit ist , Ihnen in jeder Weise mit Rat und Tat zur Verfuegung zu stehen. Tatsaechlich sind die Iraner ueberaus hoeflich und
gastfreundlich was das Reisen fuer uns sehr angenehm macht. Einladungen zum Essen oder
einen Tee sind keine Seltenheit. Besonders die Jugendlichen in den Grossstaedten interessieren
sich fuer das Leben in Europa und den USA ; Fussball , Literatur Musik und Kinofilme. Seit jeher hat Persien durch seiner heissen Wuesten, seinen dschungelartigen Waelder und fruchtbaren Hochebenen die Reisenden fasziniert. Handwerker,Wissenschaftler, Eroberer wie Alexander der Grosse und die Araber sowie Entdecker, wie Marco Polo haben immer wieder Wissen, Techniken und Woerter aus Persien in ihre Heimat mitgenommen und weiterentwickelt. Seit mehr als 14 Jahren veranstaltet Irangashttour Individual- und Gruppenreisen im Iran. Wir wuerden auch gerne Ihr Reiseveranstalter sein.
Quelle: http://www.irangashttour.com/de/irannd.htm

 

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~ von wielandgiebel - 17. Juni, 2007.

 
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