Türkei und Syrien 2009, Antakya und Aleppo

 

 

 

 

 

 

 

Jusuf war der Anlaß der Reise. Ich habe seine Familie und ihn in Antakya besucht. Er ist mein Kuförü in Kreuzberg in der Oranienstraße.

 

 

 

 

 

 

 

 

In seinem Berber-Salon hängen Fotos von Antakya. „Sehr alt, hundert Jahr“.

Ferit2

Ferit. Daß man jetzt wieder gut über die Grenze nach Syrien kann, erzählte mit mein Fahrradhändler Ferit aus der Dresdner Straße in Kreuzberg. Er kommt auch aus Antakya.

Biker Dresdner Turkei

Biker Shop in der Dresdner Straße am Oranienplatz.

 

 

 

 

 

 

 

 

Araber, Türken, Kurden, Moslems, Aleviten „wir alle lieb“, sagt Jusuf, der Frisör.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Bericht folgt chronologisch meiner Reise. Deswegen kommt Adana, wo der Flug ankommt zuletzt, weil ich in Adana am Schluß war.
Man fliegt von Tegel einmal wöchentlich direkt nach Adana mit Öger in einer Maschine von Germania. Der Flug kostet 300 Euro hin und zurück. Über Istanbul oder von Istanbul mit dem Bus aus ginge auch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adana (oben links), Antakya, Samadag (an der Mittelmeerküste ) und Helab = Aleppo östlich in Syrien.

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Relief im syrischen Museum in Aleppo findet sich ein ungewohnter Genzverlauf.  Das gebite um Antakay, Hatay, ist noch syrisch, nicht türkisch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Flug war ein Super-Bonus-Flug. Erster Bonus die Ausrufe am Flughafen, wem der schwarze Beutel und die Aldi-Tüte gehöre. Mehrfach, deutsch und türkisch, dann lief einer von Öger rum und fragte. Man sah den Tüten an, daß keine Bomben drin waren, weil Reiseverpflegung und Pflanzen herausguckten. Weil es so peinlich war sich zu melden, ging eine Frau erst nach langer Zeit quasi rückwärts zu den Tüten und holte sie ab.

Bonus zwei „Ist ein Arzt im Flugzeug?“ Es war aber keine Geburt, nur ein Kreislaufkollaps.

Bonus drei bestand darin, daß Adana zweimal überflogen wurde. Kurz vor dem Aufsetzen auf der Landebahn zog die Maschine wieder hoch und drehte noch eine Kurve. Keine Ahnung was los war, es gab auch keine Informationen dazu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Fahrt von Adana nach Osten.

 

 

 

 

Am Busbahnhof kauft man ein Ticket, 18 Euro für mehr als 200 Kilometer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den modernen, klimatisierten Bussen erhält man Wasser und Tee kostenlos.

 

 

 

 

 

Media Markt und REAL sind schon da. Shopping Center an den Ausfallstraßen

 

 

 

 

 

 

Im Bus. Ich komme mit englisch und deutsch ganz gut klar. Mein türkisch und arabisch ist nahezu Null.

 

 

 

 

Auch in Dörfern und Kleinstädten gibt es hohe Wohnblocks.

 

 

 

 

 

 

 

Wie in Jena: Wohnblock an der Autobahn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es wird immer gebirgiger und geht jetzt Richtung Süden gen Antakya.

 

 

 

 

 

 

 

Samandag. Eine kleine, arabisch geprägte Stadt am Mittelmeer. Der Verkehr läuft mit Kleinbussen, einer Art Linientaxi, Dolmus (sprich Dolmusch).

Im Dolmus erzählt mir eine Frau auf deutsch „Wir sind hier alle Araber. Samadag und hier an der Küste ist arabisch.“ Sie hat in München gearbeitet. Alleine reisend wird man schneller angesprochen, häufig auf deutsch, manchmal englisch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einschwören auf AtaTürk in Samandag. Ob das gut ist? Kann ich nicht sagen. Möglicherweise gibt es deswegen so relativ wenig Auseinandersetzungen im Vielvölkerstaat Türkei.

 

 

Die ausführliche Internetseite von Karsten Brand über die Region http://www.antakya.tv/de/index.php und das Buch als Reisebegleiten haben mir sehr geholfen.
Alles historisch Wissenswerte und vieles zur aktuellen Lage beschreibt der mit einer Türkin verheiratete Klimatologe., Samandag, Promenade.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Strand von Samandag ist dermaßen verdreckt, dass ich gar nicht ins Wasser gehen will. Die Wasserqualität ist schlecht, weil der Orontes (heute Asi) alles hierher trägt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit diesen Jungen habe ich Erbsen gegessen. Den Busch kauft man auf dem Markt.

 

 

 

 

 

 

Für Norman, der Bilder für eine Serie sammelt: Fogotten Friends.

 

 

 

 

 

 

 

 

Samandag, die Straßen sind noch nicht auf EU-Niveau.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samandag, Platz, an dem die Dolmus halten
Kopftuch oder keins? Ich hatte ja gelesen, dass Kopftuchtragen verboten ist in der Türkei. In Istanbul und zum Beispiel dem kurdischen Dyabakir habe ich auch keine Kopfgtücher gesehen. Hier öfters. Immer schien das ganz unkompliziert zu sein. Aufgebrezelte Türkinnen wir in Kreuzberg kommen eigentlich nicht vor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Mann im rotgestreiften Hemd am Steuer.
Er hat mich auf der Straße aufgelesen und nach Vakifli mitgenommen, dort Dachziegel ausgeliefert und nacher (zufällig) wieder mit zurück nach Samadag genommen. Wir haben Handynummern ausgetauscht. Sprechen konnten wir aber nicht miteinander, weil es an Spachen mangelte.

Vakifli, das armenische Dorf in den Bergen, steht in völligem Kontrast zu Samadag. Sauber, gepflegt, ruhig. Der Duft zwischen Orangenbäumen, Zitronen und Eukalyptus ist betörend. Hier kann der Eukalyptus dem Boden Wasser entziehen, weil genau aus den Bergen kommt. Eukalyptus wächst schnell, liefert gutes Holz, aber mit dem Wasserentzug hatten wir in Ruanda Probleme, weil es wenig Wasser aber ganze Eukalyptuswälder gab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Orangenbäume (rechts) und Orangentransporter (Mitte)

Das Dorf liegt vom Meer abgewandt. Schade, daß man nur an einigen Stellen einen Seeblick hat. Aber auf der abgewandten Seite ist es windstill. Mit dem Wind kann man gar nicht gut auf der Terrasse sitzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Bergen gibt es ausreichend Wasser – und eine Pension in Vakifli.

 

 

 

 

 

 

 

 

Er hat mich auf den letzten Metern geleitet und zur Kirche gebracht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bürgermeisterin und ihre Freundinnen. Es gibt auch Handarbeiten, so wie geklöppelt. Die Kirche selbst ist ganz schlicht gehalten.

 

 

 

 

 

 

 

Im Kirchhof bekomme ich Kaffee („Tee haben wir nicht“)
und sehe zwischen Honig und Likören ein englischspachiges Buch über die Region hatay sowie ein kleines Langenscheidt-Wörterbuch deutsch-türkisch.

 

 

 

 

 

Arabische Gräber (weiter oben) und armenische auf dem Friedhof.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg von der Küste und in die Stadt, die zu römischen Zeiten die drittgrößte der Welt war, Antiochia. Heute Antakya.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Moderne Häuser, die auch innen sehr ordentlich sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein kleiner Markt in der Nähe eines Taxistands.

 

 

 

 

 

Über Mittag trocknen meine weißen Hemden auf dem Balkon des Hotels.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kopftücher sind wenig angesagt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Museum in Antakya: Hier kann man mit dem Handy Fotos machen und ganze Filme drehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tasse, etwa 16. oder 17. Jahrhundert vor unserer Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Bulle ist etwas jünger, Bronzezeit, um die Zeitwende..000 vor unserer Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufwendige Mosaike erinnern an die extrem wohlhabende Zeit. Vom Luxus war nichts mehr zu sehen und das ehemalige Sündenbabel habe ich nicht gefunden. Die Römer kamen gern nach Antiochia, um es sich gutgehen zu lassen.

 

 

 

 

 

 

An mehreren Vitrinen steht: Ausgrabung (excravation) von Schaeffer. Aber nirgends steht, wer das war, was für ein Landsmann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Werkzeuge und Stempel oben stammen aus dem 5. bis 3. Jahrtausend vor Chr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mark Anton begehrt hier gerade Cleopatra. Das war im Jahr 42 vor Chr., als Caeser schon tot war. Sie verstanden sich gut, Cleopatra rettete ihr Land, er fuhr nach Rom, sie nach Ägypten und gebar dort ihr Kind von ihm. Später, wahrscheinlich im Jahr 36 V. Chr. heirateten sie in Antiochia.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Agatha Christie mit ihrem Mann Max Mallowan. In Antakya besuchten sie britische Archäologen, Leonard Wooley und T.E. Lawrence, später Lawrence von Arabien. Im weiteren Verlauf der Reise begegnen sie uns alle wieder im Hotel Baron in Aleppo.

 

 

 

 

 

Kinderspielplatz auf meinem Weg zur Familie von Jusuf, dem Friseur.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die erste Kirche des Christentums (nach Jerusalem) war der Vorläufer dieser Felskirche, zwei Kilometer von Antakya entfernt. Der heilige Petrus startete seine Missionierung hier. Diese Kirche hier im Bild wurde von den Kreuzfahrern im Jahr 1093 errichtet und von Kapuziner Mönchen 1863 instand gesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist sehr angenehm auf dem Basar, weil man nicht angebaggert und genervt wird, gar nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg vom Bahnhof der Kleinbusse in die Stadt kam aus dem kleinen Haus rechts ein Mann und fragte: „Wo wollet Sie denn hi laufe?“ Klar, bei Daimler geschafft, das hört man gleich. Er erklärte mir den Weg zum Museum.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie kommt man nach Syrien? Ich hatte vorher keine Ahnung. Im Hotel wollten sie mir ein Taxi besorgen „Because of security.“  So ein Quatsch. Wahrscheinlich der Schwager. Taxi war richtig, aber Sammeltaxi. Man geht hin und wartet, bis vier Fahrgäste zusammen sind, dann geht es los. Das Taxi nach Aleppo kostet (für mich) 12,50 Dollar. Die Strecke beträgt 105 Kilometer.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Taxifahrer. Etwas Kleinhandel mit Zigaretten oder ähnlichem macht die Fahrt noch lukrativer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Grenzbefestigung Richtung Syrien von der Türkei aus gesehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch im Landesinnere setzt sich die fruchtbare Ebene fort. Biblische Bilder.

 

 

 

 

Mitten im Nichts in der Näher zweier Tankstellen stehen fürstliche Paläste.

 

 

 

 

 

 

Sella. Sie hat es geschafft, sie ist in Aleppo. Ich habe keine Ahnung, worum es ging, aber die Geschichte geht so. Am Taxistand in Antakya/Türkei waren die beiden Frauen aus Bagdad und ich schon da. Da kam ein Opel Corsa an, der Fahrer verhandelte lange mit dem Taxifahrer, sie tauschten Handynummern aus, gingen hin- und her. Dann stieg die junge Frau aus, vielleicht zwanzig Jahre alt, keine Ahnung, schwer zu beurteilen. Sie hatte nur ihr Handy mit und eine Handtasche. Unterwegs ließ sie an einem Bauernhof halten, sagte, sie wolle zur Toilette und nahm ihr Handy mit. An der Grenze arragierte der Taxifahrer viel für sie, antwortete schnell, wenn sie Zöllner was fragten, denn die junge Frau verstand nicht viel, sie kam aus Kirkisien. Der Taxifahrer verhandelte mit dem Chef der Grenzstation. Dann ging die junge Frau zum Einreiseschalter, legte einen Geldschein in den Paß, bekam ihn zurück, legte den nächsten Geldschein nach, dann klappte es.
„Fünfzig Dollar!“, beklagte sich der Taxifahrer. Zum Schluß tauschten die junge Frau und ich Namen und Handynummer aus. Ich kann sie also jederzeit anrufen – nur nicht verstehen. Ich habe keine Ahnung worum es ging, keine Chance, das herauszufinden. Bei einer Pauschalreise hätte ich das nicht erlebt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich auf der Zitadelle Aleppo. Eine größere Zitadelle habe ich noch nicht gesehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Aleppo

Wieland Giebel - Reisetagebuch Bild 6.10.jpg

 

 

 

 

 

 

In Aleppo abends, so eine Art Big Ben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Einiges ist glücklicherweise von der Altstadt erhalten und gilt jetzt als Weltkulturerbe.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schulschluß.

 

 

 

 

 

 

Eissalon. Ich will mir ein Eis kaufen, weil da eine lange Schlange gut aussehender Menschen steht, habe aber gar kein Geld, weil ich nicht daran gedacht hatte zu tauschen. Es funktioniert aber wie in der Türkei auch, jeder Geldautomat nimmt VISA an. Nur wie viel Geld ich abheben soll, weiß ich nicht, weil ich mich nicht erkundigt hatte. Jetzt habe ich so viel übrig, daß ich nochmal nach Syrien kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlüsseldienst im Freien.

 

 

 

 

 

 

 

Teeverkäufer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zitadelle.

 

 

 

 

 

 

 

Zentralbank.

 

 

 

 

 

Theater auf der Zitadelle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anna.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Altstadt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schuhputzer im Park.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verschleierte Frauen vor modernem Modeladen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aleppo, Kurden
Ich esse Salat und trinke Bier in einem schönen Restaurant auf dem Dach eines Gebäudes. Vom Hotel aus hatte ich das gesehen. Der Kellner heiß Achmed, will sich nicht fotografieren lassen aus politischen Gründen, ist Kurde und hat lange in Leer bei einer Bäuerin gearbeitet – bei Tag und bei Nacht. Deswegen findet er Deutschland toll und sein Sohn Ali, der auch im Restaurant arbeitet, soll nach Deutschland. Ich soll ihm ein Visum schicken. Ali sieht gut aus. Viel mehr kann ich nicht sagen, denn sein Englisch ist so schlecht, dass wir uns nicht verständigen können und deutsch kann er gar nicht. Wir haben unsere Handynummern ausgetauscht …

 

 

 

 

 

 

Ich stand verloren an einer Ecke des Marktes. Auf der Zitadelle gab es keinen Schatten und auf dem Weg durch die Altstadt hatte ich mir zügig eineinhalb Liter Wasser zugeführt immer mit dem Gedanken, wie führe ich die wieder ab, falls ich nicht alles verschwitze. Richtig hungrig war ich nicht, aber als ich die frischen Datteln sah, griff ich gern zu. Immer im Zwiespalt zwischen: Essen was die Locals essen und auf der anderen Seite: Vorsicht, nichts einfangen. Ich fing mir aber nichts ein, sondern im Gegenteil, auf einmal hatte ich im Mund nicht nur die Datteln, sondern auch meine Zähne, eine Brücke war herausgezogen.

„You are looking lost, Sir, can I help you?“ – „I am fine. Thanks. It’s only .. that I lost my teeth, I have them in my pocket now.“ – „No problem. I know that. When I studied in London, I lost my teeth in Dublin. It takes ten minutes to fix it – in case you know a good dentist.“

Ja genau. Wie sollte ich in diesem unübersichtlichen Chaos von Stadt einen Zahnarzt finden und dann noch einen guten.

„I’ll bring you. We walk ten, fifteen minutes.“

Jetzt weiß ich, wie Schilder von Ärzten aussehen. Daß solche, wo was englisch draufsteht, meist auch englisch können. Der Zahnarzt war im dritten Stock und zu meiner völligen Überraschung so ausgestattet wie bei uns eine moderne Praxis.

„I have been last April in Berlin to visit Lysoform company“.

Dann spült er mit Lysoform und mir fällt ein, dass Lysoform, eines der ältesten Unternehmen Berlins, großzügig die Ausstellung „Traditionsreiche Firmen in Berlin“ unterstützt, die in den Zugängen zum S-Bahnhof Unter den Linden hing, die ich mit Karl Heinz Kraemer initiiert hatte, die dort mehrere Jahre lang hing.

 

 

 

 

 

 

 

Hotel Baron sieht von außen so furchtbar runtergekommen aus, daß ich nicht rein wollte, sondern gegenüber eine Nacht in einem neueren Hotel verbrachte, wo aber nichts richtig sauber war, wo die Laken zu kurz waren und der Gedanke daran, wer vorher hier alles im Bett lag … naja.
Im Baron habe ich aber am besten geschlafen, 11 Stunden. Die dicken Mauern halten es innen kühl und leise. Die Betten sind richtig bezogen. Die Mitarbeiter auf Service getrimmt, weitaus mehr als in den modernen Hotels. Lonely Planet mag das Hotel nicht, eine oberflächliche Besprechung. Aber hier erhält man einen ganz guten Eindruck.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hotel Baron historisch

 

 

 

 

 

 

 

 

Hotel Baron innen

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie ich eigentlich auf Reisen mit meinem neuen 40-Liter-Rucksack aussehe, wollte ich mit diesem Foto zeigen. Dass hinter mir ein junger Mann stand, habe ich bei der Aufnahme mit langem Arm natürlich nicht gesehen. Er wartete, bis ich fertig war und gab mir dann meinen Paß. Er war hinterher gekommen, weil ich ihn im Hotel vergessen hatte. Wenn man den Paß abgeben muß, in diesen seltsamen Systemen, passiert das. Wie damals in Persien, wo eine halbe Poststelle nach meinem Paß suchte …
Sonst ging eigentlich alles klar, bis auf den Abflug in der Türkei, wo mir jemand nach der dritten Paßkontrolle das Ticket nachbrachte.

 

 

 

 

Ramme in der Nähe des Hotels. Aber die Schalldämpfung ist nicht so wie bei uns.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Museum von Aleppo, Faustkeile

Die Städte, Aleppo und Antiochia, entstanden einige tausend Jahre vor unserer Zeit. Erbil/Arbil im kurdischen Nordirak ist zehntausend Jahre alt (siehe Reisebericht Irak). In Ostafrika trennten sich die Linien von Affen und Menschen. Dort habe ich auch lange gelebt. Ein Schritt in diese Menschheitsgeschichte erinnert immer wieder daran, wie spät Berlin auf der Landkarte erschien. In Berlin klang die Eiszeit aus, als in Arbil schon Party gemacht wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bronzenägel, zweitausend Jahre vor unserer Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Max von Oppenheim (1860 bis 1946), der Kölner Banker und Rechtsanwalt, ging 1892 nach Kairo, um den Islam kennenzulernen und arabisch zu lernen, leitete auf eigene Initiative um Aleppo Ausgrabungen. 1896 wurde er deutscher Generalkonsul in Kairo. Er grub diese spektakulären Standbilder aus.

 

 

 

 

 

Lehmfiguren aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus (B.C. im Museum)

 

 

 

 

 

 

 

Gelegentlich meint man, dieser Typ Mensch begegnet einem noch – genetisch fast unverändert.

In der Berlin Story stand ich Mal einer Frau gegenüber, die einer Puppe aus dem Gesicht geschnitten schien, die von Wissenschaftlern rekonstruiert im Vikinger-Museum in York in Nordengland stand.

 

 

 

 

 

 

 

Wie Syrien sich gern selbst sieht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Liverpool. Andere möchten so gern hin. Ein Foto für Simon (aus Liverpool nach Berlin geflüchtet.)

 

 

 

 

 

„Woher kommt denn der Reichtum von einigen Menschen hier?“ Mich wundert das immer wieder, woher diese dicken Mercedes kommen. „Korruption“ ist die immer wiederkehrende Antwort. Einen Job im Staat bekommt man nur, wenn man jemanden kennt und dafür bezahlt. Wie das sonst funktioniert, weiß ich nicht.

 

 

 

 

 

Schlafwagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Präsident Baschar al-Assad hängt groß an vielen Wänden – wie an dem Wohnblock.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hotel Riga, einer der wenigen Anhaltspunkte im Stadtbild.  Ich finde mich nach zwei Stunden Stadterkundung nicht mehr zurecht. Das passiert mir nur in arabischen Maga-Städten. Unsere Städte sind strukturiert mit Rathaus, Kirche, Schloß, Parks. Hier ist es anders.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich verliere die Orientierung und lasse mich vom Taxi nach Hause bringen.

 

 

 

 

 

 

Fahrt zurück von Aleppo über Antakya nach Adana zum Flughafen.

 

 

 

 

Die Dörfer und kleinen Städte  machen einen guten, gepflegten, liebevollen Eindruck.

 

 

 

 

 

 

 

Ahmed Khan sah etwas freakig aus, als er morgens in Aleppo zum taxistand kam. Man wartet da, bis vier Leute zusammen sind, dann geht die Fahrt los. Das Taxi kostet 50 Dollar, geteilt durch vier. An Wochenende 10 Dollar mehr für das Taxi – vielleicht auch nur für mich. Die strecke von Antiochia/Antakya nach Aleppo beträgt 105 Kilometer. Die reine Fahrzeit beträgt also eine Stunde und wie lange es an der Grenze dauert ergibt sich aus den Umständen.
Ahmed ist in Bagdad geboren, durfte als Kurde die Universität nicht abschließen. Er wurde einfach nicht zugelassen. Jetzt lebt er in Varna/Bulgarien, wo er im Tourismus arbeitete, und kommt gerade aus Beirut. Er ist an der Universität Beirut eingeschrieben, macht da seinen Abschluß und pendelt zwischen Varna und Beirut. Die Fahrt kostet 60 Dollar. Mit dem Bus von Beirut nach Aleppo. Taxi nach Antakya. Bus nach Istanbul und Bus nach Varna. Er reist mit Plastiktüten, weil man am einfachsten immer mehr dazunehmen kann oder die leer gegessenen wegwirft. Ahmed ist 71 Jahre alt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adana, Türkei, die nächsten Fotos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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~ von wielandgiebel - 22. Mai, 2009.

 
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